Wassily Kandinsky wurde am 4. Dezember 1866 in Moskau geboren. Er war Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker und ist einer der bekanntesten Vertreter des Expressionismus und der abstrakten Kunst. Es wird sogar behauptet, er habe das erste abstrakte Bild gemalt, was aber umstritten ist. Seinen energiegeladenen Kompositionen aus Kreisen, Zickzack, Diagonalen und Farbflächen unterschiedlichster geometrischer Formen wird ein Sinn für Schönheit nachgesagt, der dem klassischer Musik gleicht (Beispiel: Composition No 218 von 1919).
Bevor Kandinsky seine Karriere als Künstler begann, studierte er Jura und Wirtschaft an Moskaus Universität. 1896 zog er nach Deutschland und studierte an Münchens Kunstakademie unter Franz von Stuck. Er begann sein Werk mit farbenfrohen, russisch inspirierten Landschaften, um sich später ganz der abstrakten Kunst zuzuwenden.
Die Jahre 1906 – 08 verbrachte Kandinsky in Sèvres bei Paris, wo er mit den Bildern von Paul Cézanne, Gauguin und der Gruppe der Fauvisten bekannt wurde und deren Malerei ihn begeisterte.
Ab 1908 lebte er mit seiner Geliebten Gabriele Münter im bayrischen Murnau, das ihm wegen des Lichts sehr gefiel, und widmete sich der Landschaftsmalerei. Ebenfalls 1908 lernte er Rudolf Steiner kennen, dessen anthroposophische Lehre sein späteres Werk stark beeinflusste.
1910 erschien sein für die abstrakte Malerei höchst bedeutsamer Aufsatz „Über das geistliche in der Kunst“, und der Almanach veröffentlichte seine Schrift „Über die Formfrage“, die auf dem ersten Text aufbaut. Er beschreibt Innerlichkeit und Meditation als Grundvoraussetzung für künstlerisches Schaffen.
Am 18. Dezember 1911 eröffneten Kandinsky und Frank Marc die erste Ausstellung ihre neu gegründeten Gemeinschaft „Der Blaue Reiter“ in der Galerie Thannhauser in München.
Während des 1. Weltkrieges konnte Kandinsky nicht in Deutschland bleiben und zog 1914 zunächst in die Schweiz und dann nach Russland, wo er unter anderem an den „Freien staatlichen Kunstwerkstätten“ unterrichtete. Nach der russischen Revolution verlor Wassily Kandinsky sein gesamtes Vermögen und das sowjetische System wurde ihm so unerträglich, dass er 1922 das Angebot Walter Gropius’ annahm und am Bauhaus Weimar, Dessau und Berlin unterrichtete. Als das Bauhaus 1933 auf Druck der Nationalsozialisten geschlossen wurde, zog Kandinsky weiter nach Paris, wo er den Rest seines Lebens verbrachte und Bilder schuf, deren emotionale Dichte ihr Publikum auch heute noch gleichermaßen in Ver- und Bewunderung vereint.
Wassily Kandinsky starb am 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine.