„Dieser Mann wird entweder verrückt, oder er stellt uns alle in den Schatten“
Camille Pissaro
Vincent Willem van Gogh wurde am 30. März 1853 in Zudert in Holland geboren.
Trotz seiner tragisch kurzen Karriere ist Vincent von Gogh heute einer der weltbekanntesten Künstler. Seine Arbeiten legten den Grund für verschiedene Kunstbewegungen des 20. Jahrhundert, z.B. den deutschen Expressionismus.
Van Gogh wuchs in einer streng gläubigen Familie auf und die Themen Religion und Spiritualität begleiten ihn sein Leben lang.
Nachdem er eine kürzere Zeit in England gelehrt hatte kam er nach Holland zurück, begann 1878 ein Theologiestudium in Brüssel und arbeitete anschließend 2 Jahre lang als Pfarrer.
Schon 1880 entschloss er sich allerdings für einen Richtungswechsel und den Beruf des Malers für die Arbeiterklasse (inspiriert von Jules Breton und Francois Millet). Auf Rat seines Bruders und Kunsthändlers Theo begann Vincent van Gogh ein Kunststudium an der Royal Academy of Art in Brüssel.
1985 zog es ihn nach Nuenen in Nord Brabant. Dort entstand sein erstes großes Gemälde: „Die Kartoffelesser“, was seinerzeit allerdings kaum Beachtung fand.
Der Umzug nach Paris hatte starken Einfluss auf Vincent van Gogh. Er befasste sich mit Impressionisten Neoimpressionisten und fand in u.a. Emile Bernard, Henri Toulouse-Lautrec und Camille Pissarro neue Freunde.
Paul Cézanne und Paul Gauguin hinterließen ebenfalls ihre Spuren in van Goghs Werk: er begann sich intensiv mit Farbtheorie und der Wirkung von Licht zu beschäftigen.
Um sich von Pariser Leben zu erholen und einem Streit mit seinem Bruder Theo zu entfliehen, zog Vincent van Gogh 1888 nach Südfrankreich. Dort produzierte er in nur 15 Monaten mehr als 200 Bilder, z.B. „Vase mit zwölf Sonnenblumen“ und „Caféterrasse bei Nacht“.
Im Oktober 1888 bekam er Besuch von Paul Gauguin. Die Beiden malten einige Wochen gemeinsam, zerstritten sich jedoch bald so gründlich, dass Gauguin abreiste, Vincent van Gogh sich sein Ohr abschnitt und wenig später freiwillig in die Psychiatrie Saint- Rémy einzog. Dort entstand unter anderem sein Gemälde „Sternennacht“.
1890 zog Vincent van Gogh ein letztes Mal um: nach Auvers-sur-Oise in der Nähe von Paris. Seine letzten Bilder produzierte er mit der gleichen ungebändigten Energie der jungen Jahre. Sie zeichnen sich durch ihre Farbigkeit und scharfen Pinselstriche aus (z.B. Krähen über Weizenfeld).
Am 27. Juli 1890 ging van Gogh auf ein nahe gelegenes Feld und schoss sich in die Brust. Er starb zwei Tage später in Gegenwart seines Bruders Theo.
Theo nahm der Tod des Bruders, den er sein Leben lang gestützt und begleitet hatte so sehr mit, dass er drei Monate später seinen Beruf aufgab und im Januar 1891 in einer Psychiatrie in Utrecht starb. Heute liegen die Brüder nebeneinander auf einem Friedhof in Auvers-sur-Oise.