Ernst Paul Klee kam am 18 Dezember 1879 in Münchbuchensee bei Bern auf die Welt. Sein Vater war Musiklehrer und seine Mutter Sängerin, was ihn in einem musischen Heim aufwachsen ließ, das ihm die Musik als lebenslangen Begleiter schenkte.
Paul Klees Eigenheit ist, dass er sich keiner der herrschenden Kunstströmungen zuordnen ließ, obwohl er wie andere seiner künstlerischen Zeitgenossen in die Gruppe „Der Blaue Reiter“, das Bauhaus und die „Blauen Vier“ involviert war. Er wies die Behauptung einer Gruppierung anzugehören, stets selbst zurück.
Klee erforschte jedoch viele Kunstrichtungen und Maltechniken, sodass sein Werk sowohl kubistische, expressionistische, konstruktivistische, surrealistische und abstrakte Einflüsse zeigt.
Paul Klees Familie zog 1880 nach Bern und Paul bekam bereits mit sieben Jahren privaten Geigenunterricht, da seine Eltern ihn zum Musiker ausbilden wollten. Paul Klee war so begabt, dass er als Elfjähriger mit der Bernschen Musikgesellschaft spielen durfte. Sein Interesse am Zeichnen und Malen wurde von Hause aus wenig unterstützt. Gegen den Willen der Eltern entschloss sich Paul Klee jedoch für ein Kunststudium in München und wurde nach einigen Anlaufschwierigkeiten an der dortigen Akademie der bildenden Künste aufgenommen. Merkwürdigerweise traf er Kandinsky dort nie, obwohl sie nicht nur gleichzeitig dort studierten, sondern auch beide in der Ainmillerstraße (Nr. 32 und 36) fast nebeneinander wohnten.
Paul Klee entdeckte die Malerei auf einer Reise nach Tunis vom 3. – 25. April 1914 mit August Macke und Louis Mouillet. Klee war der einzige, der Tagebuch schrieb. Am 16. April notierte er: „Die Farbe hat mich. (...) Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“
Eins seiner berühmtesten Bilder ist eine tunesische Inspiration: „Im Stil von Kairouan“ (1914).
Klee begann Farbe gezielt zu nutzen und setzte sie als emotionales und lichtbestimmendes Werkzeug in seinen Kompositionen ein, die nicht minder von seinem Wissen um Rhythmus und Klangbild gezeichnet waren. Paul Klees gleichzeitige Auseinandersetzung mit Musik und Malerei findet sich in den Werken: Fuge in rot (1921), Landschaft in A dur (1939) und Polyphon gefasstes Weiß (1930), in denen er versucht, mehrstimmige Musik bildlich umzusetzen. Rhythmus war von zentraler Bedeutung für Paul Klee, nicht als Element der Wiederholung, sondern als Balance von Ordnung und Chaos. Ein Beispiel für Klees rhythmische Darstellung ist das Füllen der Leinwand mit gleichartigen Linien, über die er sich-nicht-einfügbare Formen legt, um die Bewegung des betrachtenden Blicks zu unterbrechen. Exemplarisch ist dafür „Ad Parnassum“ (1932).
Nach Hitlers Machtübernahme 1933 weigerte sich Paul Klee, einen Ariernachweis zu beschaffen, was seiner Karriere ernsthafte Probleme bereitete. In einem Brief an seine Schwester Lily schreibt er: „Lieber nehme ich Ungemach auf mich, als dass ich die tragikomische Figur eines sich um die Gunst der Machthaber Bemühenden darstelle.“ Obwohl Klee den Nachweis schließlich erbrachte, verlor er seine Stelle am Dessauer Bauhaus und seine Kunst wurde als entartet verboten.
Die Kunsthalle Bern zeigte 1935 jedoch eine große Retrospektive. Im gleichen Jahr erkrankte Klee an Lungenentzündung und Sklerodermie, einer unheilbaren Hautkrankheit, in deren Folge seine Arbeit in den kommenden Jahren stagnierte.
Seine Arbeit kam ab 1937 stark unter Druck seitens der Nationalsozialisten und Paul Klee bemühte sich verstärkt um die Schweizer Staatsbürgerschaft. Diese wurde ihm jedoch erst postum nach seinem Tod am 29. Juni 1940 in Muralto zugesprochen.
Auf seiner Grabplatte steht Paul Klees Leben und Kunst eingemeißelt – zumindest wie er sich selbst gern sah: „Diesseitig bin ich gar nicht fassbar“