Marc Chagall kam am 7. Juli 1887 als Moishe Zakharovich Shagalov zur Welt und wuchs als ältestes von neun Kindern in Witebsk, dem heutigen Weißrussland auf. Seine Familie war jüdisch orthodox, was bedeutete, dass er nur aufgrund dickköpfiger Bemühungen seiner Mutter die städtische Schule besuchen durfte. Dort kam er erstmals mit Musik und Kunst in Berührung und begann das Zeichnen.
Chagall ist einer der bedeutendsten expressionistischen Maler des 20. Jahrhunderts. Seine Hauptthemen sind die Verhältnisse seines Heimatdorfs, Zirkusmotive und biblische Inhalte, alle durchwebt mit starker Symbolik. Neben klassischer Malerei arbeitete Chagall mit Keramik und Glasmalerei.
Im September 1910 reiste Chagall erstmalig nach Paris und bezog dort sein erstes, eigenes Atelier. Schon ein Jahr später fand er im 15. Arondissement größere Räume und zog damit mitten in Paris’ bewegtes Künstlerviertel. Paris bedeutete für Ihn Licht und Freiheit und er verbrachte fast sein gesamtes erwachsenes Leben dort.
Marc Chagall lebte mit einer starken Sehnsucht nach seiner russischen Heimat sah sich aber außerstande dort zu wohnen. Seine doppelte und gespaltene Nationalität hinterließ deutliche Spuren in Chagalls Persönlichkeit und Kunst und machte sie zu dem, was unverkennbar Chagall werden sollte. Selbst sagte er einmal: „Damals hatte ich erkannt, dass ich nach Paris gehen musste. Die Erde, die die Wurzeln meiner Kunst genährt hatte, war Witebsk; aber meine Kunst brauchte Paris so nötig wie ein Baum das Wasser. Ich hatte keinen anderen Grund, meine Heimat zu verlassen, und ich glaube, ihr in meiner Malerei immer treu geblieben zu sein.“
Marc Chagall studierte in St. Petersbug, Paris und Berlin.
Paris war auch sein erster Berührungspunkt mit dem Kubismus, der deutlich in Gemälde wie „Hommage à Apollinaire“ oder „Selbstbildnis mit sieben Fingern“ zu finden ist.
Nach seiner ersten Soloausstellung am 13. Juni 1914 in Berlin, reiste Chagall nach Witebsk, um seine Familie zu besuchen. Während seines Aufenthalts dort brach der erste Weltkrieg aus und eine Rückkehr war nicht mehr zu denken. 1915 heiratete er seine Verlobte Bella Rosenfeld und wurde nach einem kurzen Abstecher nach St Petersburg 1917 Direktor der Kunstschule in Witebsk, wo er Künstler wie Kasimir Malewitsch und El Lissitzky als Lehrkräfte einstellten konnte. Schon 1920 trat Marc Chagall wegen Streitigkeiten von seinem Amt zurück, zog mit seiner Familie nach Moskau und 1923, vom Bolschewismus tief enttäuscht, zurück nach Frankreich. Die Angst vor Entwicklung der Welt ist an vielen seiner Gemälde abzulesen (z.B. Die weiße Kreuzigung von 1938).
Als im besetzten Paris lebende, jüdische Familie, waren die Chagalls 1941 gezwungen, nach Amerika auszuwandern. Nach der Rückkehr 1948 ließ sich Marc Chagall an der französischen Riviera nieder.
Bis zu seinem Tod am 28. März 1985, reiste Chagall viel und im Namen der Kunst, wie z.B. nach Griechenland für „Daphne und Cloe“.
1973 eröffnete das Chagall Museum in Nizza seinem Gesamtwerk zu Ehren.