Joan Miró i Ferra kam am 20. April 1893 in der Passatge del Crèdit 4, in Barcelonas Altstadt zur Welt.
Heute ist Miró einer bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts und einer der meist geachteten Vertreter Spaniens moderner Kunst. Seine frühen Gemälde haben kubistische und fauvismische Züge; mit seinem Umzug nach Paris 1902 wandte er sich jedoch den dort herrschenden Strömungen Surrealismus und Dadaismus zu.
Joan Mirós Werk zeichnet sich durch intensive, leuchtende Farben und die immer wiederkehrenden Symbole für Mond, Sterne, Vogel, Auge und Frau aus.
Auf Wunsch seines Vaters absolvierte Miró neben Kursen an der Kunstakademie „La Llotja“ zunächst eine kaufmännische Ausbildung und arbeite auch zwei Jahre als Buchhalter einer Drogerie, bis er 1911 einen Nervenzusammenbruch bekam. Als Joan Miró sich davon, und von einer gleichsam ernst zu nehmenden Typhuserkrankung erholt hatte, gaben seine Eltern den Widerstand auf und ließen ihn von 1912 – 1915 die Francesco Galí Kunstakademie besuchen.
In den 20er Jahren lebte Joan Miró in Paris, dem damaligen Zentrum Europäischer Kunst. Dort traf er unter anderem Pablo Picasso, der ihm gleich zu Beginn der Bekanntschaft ein Selbstportrait abkaufte und die Türen zum Surrealismus öffnete.
Weitere berühmte Freunde waren Henry Miller, dessen Buch „The smile at the foot of the ladder“ er später illustrieren sollte, und Ernest Hemingway, der sich Geld lieh, um Mirós Gemälde „Der Bauernhof“ (1921/22) zu erwerben.
Joan Miró war mit seinen Gemälden und Skulpturen an zahlreichen Ausstellungen in Paris, New York, London und Spanien beteiligt und stellte 1937 auf der Weltausstellung „Der Schnitter oder Katalanischer Bauer“ auf aus. Außerdem entwarf er das Plakat zur Weltausstellung mit dem Titel „Aidez l’Espagne“.
Miró war bekannt für seine Forderung „die Malerei zu ermorden“. Er zeigte seine Verachtung für konventionelle Malmethoden und dem, was in seinen Augen die Kunst der Bourgeoisie war, wo er nur konnte. Seine Rebellion gegen Sammler und Kenner, die sich allein im kommerziellen Wert von Kunst sonnten, gipfelte 1973 in der fünfteiligen Serie „verbrannte Leinwände“, in der er Teile der Bilder mit einer Lötlampe herausschnitt.
1929 heiratete Joan Miró Pilar Juncosa Iglesias und lebte mit ihr in Paris und Barcelona. Das Paar verließ das Heimatland 1936 mit Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs und lebte bis zum Jahr 1942 in Paris. Der deutschen Besetzung entflohen Miró und seine Frau wieder nach Barcelona, wo sie in Joans Geburtshaus lebten, bis sie ihren Wohnsitz 1956 endgültig nach Mallorca verlegten. Mit dem Leben auf der spanischen Insel und einem großen, hellen Atelier hatte Joan Miró sich gleich zwei Lebensträume erfüllt.
Er arbeitete dort bis zu seinem Tod am 25. Dezember 1983.