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Henri-Émile-Benoit Matisse wurde am 31. Dezember 1689 in Le Cateau-Cambrésis außerhalb von Nizza geboren. Er war Maler, Bildhauer, Grafiker und zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne. Matisse gilt als einer der Hauptvertreter des Fauvismus, der die Lösung vom Impressionismus unterstützte und als eine künstlerische Revolution des 20. Jahrhunderts gesehen wird. Seinen persönlichen Stil erkennt man an den reinen Farben, spielerischem Bildaufbau und oft scherenschnittartigen Formen.
Henri Matisse entdeckte seine Leidenschaft für Kunst erst im Alter von 19 Jahren als er begann, neben seiner Arbeit als Anwaltsgehilfe, Zeichenunterricht zu nehmen. Als er 1890 nach einer Blinddarmoperation längere Zeit ans Bett gefesselt war, begann er zu malen und gab die Anwaltslaufbahn ein Jahr später für die Malerei auf. Matisse studierte nach einigen Anlaufschwierigkeiten bis 1899 an der École des Beaux Arts bei dem Symbolisten Gustave Moreau. Matisse setzte sein Studium bei Eugéne Carrière, einem Freund Auguste Rodins fort und besuchte an der Académie Rodin Abendkurse für Skulptur.
Henri Matisses Werk erfuhr nach einem Aufenthalt in der Bretagne eine deutliche Wendung. Henri Matisse Bilder wurden lebendiger, sonniger und thematisierten häufiger Menschen als Dinge.
Der Impressionismus faszinierte Matisse und er experimentierte mit verschiedenen Farb- Licht- und Malereitechniken. 1899 kaufte er Cézannes Meisterwerk „Die Badenden“ (1890-92) und behielt es trotz harter Zeiten und finanzieller Schwierigkeiten als Inspirationsquelle, bis er es 1936 dem Petit Palais in Paris schenkte.
1905 reiste er mit seinem Freund Aundré Derain nach Südfrankreich, was seinen Stil erneut veränderte. Sie studierten und malten das besondere, südliche Licht und als sie erstmalig gemeinsam ausstellten, bekamen sie den Spitznamen „Les Fauves“ – die Wilden, der sie eigentlich als primitiv beschimpfen sollte, wirklich aber den Begriff „Fauvismus“ prägte.
1907 sind Henri Matisse und Pablo Picasso Freunde geworden. Sie trafen sich oft, diskutierten und tauschten Bilder, und ihre Namen sind bis heute unzertrennlich. Matisse bewunderte die damals herrschenden Kunstrichtungen, wie den Impressionismus oder Kubismus, gehörte ihnen aber nie an. Er hatte seinen ganz eigenen Stil. Das sicher bekannteste und ihn bestbezeichnende Werk ist der Blaue Akt von 1952.
1925 bekam er die höchste französische Auszeichnung, die „Légion d’Honneur“, für seine Leistungen in der Welt der Kunst.
Nach einer Krebsoperation 1941 konnte er nicht mehr malen und begann stattdessen mit seinen weltberühmten Scherenschnitten, die Henri Matisse im Bett oder Schaukelstuhl anfertigte, nachdem Studenten ihm mit der Farbgebung geholfen hatten. Matisse liebte seine neue Kunstform und fand sie „vollständiger“ als seine Gemälde oder Skulpturen. Er nannte sie „Zeichnen mit der Schere“. 1974 wurde eine Serie in einem Buch zusammengestellt, für die Henri Matisses selbst die Texte schrieb. Viele der Werke waren von Zirkuskunst inspiriert, wie Das Pferd, Der Reiter, Der Schwertschlucker, der Messerwerfer und Der Clown. Die Gesamtheit war jedoch sehr vielschichtig und nach einiger Bedenkzeit gab er dem Buch den Titel „Jazz“.
Henri Matisse starb am 3. November 1954 in Nizza, wo er seit 1917 gelebt hatte.