1863 im norwegischen Løten geboren, gilt Edward Munch als Wegbereiter des modernen Expressionismus.
Seine Mutter starb an Tuberkolose, als er 5 Jahre alt war, 9 Jahre später starb auch seine Lieblingsschwester Sophie an der gleichen Krankheit. Sein Vater erzog die 5 Geschwister in tiefer Furcht vor Sündhaftigkeit, da er nicht an die Hoffnung auf Vergebung glaubte. Auch Munch selbst war häufig schwer krank und litt unter Depressionen.
Ab 1881 schrieb er sich an der königlichen Schule für Kunst und Design in Kristiania, dem heutigen Oslo, ein. In den 80er Jahren malte er sowohl impressionistische Gemälde (z.B. Rue Lafayette), als auch naturalistische Werke. Sein berühmtestes Bild, „Der Schrei“, entstand 1893.
1892 hielt er eine kontrovers diskutierte Ausstellung in Berlin; einer seiner größten Befürworter dort war Walter Rathenau, der spätere deutsche Außenminister.
Er lebte in Berlin und Paris, und ab 1909 bis zu seinem Lebensende in Norwegen. 1908 nahmen seine Angstzustände überhand und er musste sich in einer Klinik behandeln lassen. Danach malte er in Norwegen vor allem Landschaftsbilder, mit fröhlicheren Farben und Kompositionen als zuvor.
In den 30er und 40er Jahren wurden seine Werke von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ verurteilt, was Munch schwer verletzte, da Deutschland in den Jahren davor eine Art „Zweite Heimat“ für ihn gewesen war.
Er starb am 23. Januar 1944 in seinem Gut Ekely in Norwegen.
Munch gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne. In Deutschland und Mitteleuropa genoss er früh den Ruf eines Epoche machenden Neuschöpfers, und heute sind seine Eigenart und sein Status schon längst im übrigen Europa und in der Welt anerkannt. Am bekanntesten sind die Werke Munchs aus den 1890er Jahren, doch auch seine späteren Were inspirieren die Kunst bis heute.
2004 wurde sein berühmtestes Werk, "Der Schrei", aus dem Munch Museum in Oslo gestohlen, und wurde 2 Jahre später mit irreparablen Schäden von der norwegischen Polizei wiederentdeckt.