Albrecht Dürer wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg in eine Familie von Goldschmieden geboren. Seine Eltern bekamen in 25 Ehejahren 18 Kinder, von denen allerdings nur drei überlebten. Albrecht Dürer war der letzte von drei Söhnen und sollte ebenfalls zum Goldschmied ausgebildet werden. Gegen den Wunsch des Vaters entschied er sich jedoch schon früh für eine Laufbahn als Maler.
Albrecht Dürer genießt heute den Ruf einer der bedeutendsten Deutschen Künstler, besonders zu Zeiten des Humanismus und der Reformation, im Holzschnitt und Kupferstich. Dürer wird zu Recht als Pionier der Renaissance bezeichnet, da er einer der ersten Künstler war, die sich selbstbewusst mehr als intellektueller Künstler, als als Handwerker vermarkteten. Diese Einstellung spiegelt sich in den vielen Selbstporträts, die Dürer während seiner Laufbahn anfertigte.
Zwischen 1490 und 1494 arbeite Dürer, wie es damals üblich war, als umherziehender Maler und bereiste Deutschland, Holland, Nordfrankreich und die Schweiz. Dürer war einer der ersten nordeuropäischen Künstler, die eine Reise nach Italien unternahmen (1494 und 1505). Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hatte er bereits viele seiner bedeutendsten Werke geschaffen und einen internationalen Ruf etabliert.
Bei der Verbreitung seines Könnens half die Technik des Kupferstichs. Diese einfach zu vervielfältigen und in Umlauf zu bringenden Werke verbreiteten Albrecht Dürers herausragendes Talent der Schraffur und Kreuzschraffur bei der Darstellung von Texturen und Oberflächen. Bilder wie Melencolia I (1514) zeigen außerdem seine theoretische Haltung zu Kunst und seinen Ehrgeiz, die Regeln ideeller Schönheit, Harmonie und Optik zu beherrschen.
Von Juni 1520 bis Juli 1521 reiste Dürer mit seiner Frau nach Holland. Auf der Durchreise wurde er allerorts gefeiert und man bot ihm Arbeit, Geld, Häuser und die Übernahme aller Lebenskosten an, sollte er sich nur entscheiden, zu bleiben. Gelehrte, Fürsten und Botschafter machten ihn zum Mitglied der exklusivsten Gesellschaften, und der neu gewählte Kaiser Karl V. verlängerte ihm alle bestehenden Privilegien – was das eigentliche Ziel der Reise war. Dürer selbst genoss die Hofierung und kehrte tief beeindruckt von den niederländischen Kunstschätzen und Meistern nach Nürnberg zurück.
Das erste seiner so bedeutsamen Selbstbildnisse schuf Albrecht Dürer bereits im Alter von 13 Jahren, indem er in der väterlichen Werkstatt über einen Spiegel mit Silberstift auf Pergament zeichnete. „Selbstbildnis eines Dreizehnjährigen“ (1884) ist heute das älteste, erhaltene Selbstporträt Dürers. Das aufschlussreichste seiner Selbstbildnisse ist das „Selbstbildnis im Pelzrock“ (1500), das genau in der Mitte seiner Karriere entstand. Es zeigt Albrecht Dürer in einer Pose, die bis dahin Christusdarstellungen vorbehalten war und ist das einzige seiner Porträts, auf dem die Malerhand sich nicht im Bild befindet. Dürer war zu diesem Zeitpunkt 28 Jahre alt. Genau 28 Jahre später starb er.
Er hatte seit seiner Rückkehr aus den Niederlanden an den Folgen einer Malariaerkrankung, besonders einer starken Milzvergrößerung, gelitten und starb plötzlich am 6. April 1528.
Sein Grab liegt auf dem Johannisfriedhof zu Nürnberg (Nr. 649).